Ist Frankreich unrockbar?
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Schlussfolgerung: Frankreich

Ich bin nun seit zehn Tagen wieder in der Schweiz und ich wurde in dieser Zeit so oft nach meinen Erlebnissen in Frankreich gefragt, dass ich beschlossen habe, eine kleine "Schlussfolgerung" meines Aufenthalts hier hinein zu stellen. Sozusagen als kleiner Abschluss, obwohl ich natürlich auch in Zukunft bloggen werde.

Ich hab so viel erlebt, ich weiss gar nicht wo anfangen. Vor allem das Reisen fand ich so toll, ich hab in diesen acht Monaten Montpellier, Paris, London, Barcelona, Toulouse, Béziers, Avignon, Marseille, Nîmes, Pau, Biarritz, Perpignan, Sète, Cassis, die Pyrenäen und noch viele andere spannende Orte bereist. Das war so unglaublich genial! Ich konnte einfach alles neu entdecken, ich konnte kommen und gehen wie ich wollte, ohne mich an Ferien halten zu müssen (nun ja, fast nicht). Ich habe mich noch nie so frei gefühlt wie in den letzten acht Monaten.
Ich ging meistens allein auf Reisen und an jedem Ort habe ich neue Leute kennengelernt, von denen ich mehr über ihre Stadt und über ihre Kultur kennengelernt habe. Man sieht dann auf einmal seine eigene Herkunft, seine eigene Kultur aus einem anderne Blickwinkel und ich habe zudem zum ersten Mal richtig gemerkt, was "Selbstverständlichkeit" heisst, oder was eben nicht alles selbstverständlich ist.
Dazu habe ich in Montpellier eine zweite Heimat gefunden. Diese Stadt ist so schön, hell und jung (ähm, also nicht wörtlich nehmen, sie wurde im 10. Jahrhundert gegründet... *g*). Ich habe dort auch sehr viele nette Leute kennengelernt und habe sogar begonnen, die französische Sprache zu mögen.
Das Klima war natürlich auch nicht zu verachten und die Geschichte sowieso nicht. Die Geschichte Frankreichs ist überaus spannend und die frühe Moderne (16. und 17. Jahrhundert) hat mich besonders gefesselt. Ich ging ja in Montpellier als Gasthörerin an die Uni, bevor sie im Februar verbarrikadiert wurde. Sogar einen typisch französischen Streik konnte ich live mitverfolgen.
Zudem habe ich sehr viel gelesen (hach, ich verehre Alexandre Dumas' "Die drei Musketiere"! Ich habe noch Hoffnung, dass es zu diesem Stoff auch einmal eine richtig tolle Verfilmung geben wird.).
Meine Gastfamilie war auch total nett, auch wenn ich mit ihnen Schweizerdeutsch gesprochen habe. Mit den Kindern kam ich auch sehr gut aus, obwohl ich dazu auch sagen muss, dass es manchmal sehr anstrengend war.

Nun, das war die Kurzfassung von meinem Frankreich-Aufenthalt. Aber es gibt noch so viele schöne, interessant oder schräge Erinnerungen von meiner Zeit in Südfrankreich, dass es beinahe weh tut, dies alles auf diesen mickrigen paar Zeilen festzuhalten.
18.4.06 19:49


Londoner "Times"

F?r die Sonderausgabe der Londoner "Times" schickte die Redaktion letztes Wochenende eine Reporterin in die britische Hauptstadt, um vor Ort von diversen Ereignissen Bericht zu erstatten.

Vermischte Meldungen

Aufgrund von Reparatur- und Renovationsarbeiten blieb letzten Freitag die Underground-Station Stamford Brook geschlossen, so wie samstags und sonntags auch die ganze Districtline Richtung Richmond.
(Anmerkung der Redaktion: Wer err?t, an welcher Station besagte Reporterin aussteigen musste, kann eine Mail mit der Antwort an das Redaktionsb?ro schicken und so am grossen Gewinnspiel teilnehmen.)

Fr?hlingshafte Temperaturen am Samstag lockten Londoner in den Hyde Park.
Das Thermometer stieg samstags bis auf 12? Celsius und ermutigte demzufolge sowohl Einwohner der Hauptstadt wie auch Touristen zu einem gem?tlichen Spaziergang im Park. Zwischen Fussballangefressenen, Reitern und Skatern liess es sich wunderbar das sch?ne Wetter geniessen und die m?den Beine von einem Stadtbummel erholen.

Wal in der Themse gesichtet!
Das Tier ist w?hrend seiner Reise vom Meer ins Landesinnere im Londoner Hausfloss stecken geblieben und hat sich verletzt. Laut neusten Berichten starb der Wal am Samstagabend an seinen Verletzungen.
(Anmerkung der Redaktion: Die Reporterin erfuhr erst sp?t am Samstagabend die ganze Geschichte vom Wal und stufte sie als "l?cherlich und unglaubw?rdig" ein, bevor sie sp?ter mehr davon in der Zeitung las. Das ganze "Whale-watching" kam demzufolge f?r sie zu sp?t.)

F?hrer in Westminster Abbey wird zum unlustigsten, ungeduldigsten und langweiligsten Guide der Nation gew?hlt.
Nach neusten Auswertungen von Frageb?gen zeichnete sich John* durch sein sp?rliches Hintergrundwissen, unwitzige Spr?che und anhaltende Ungeduld zum schlechtesten Guide der britischen Metropole aus. Eine der Besucherinnen, Sarah (19), meint dazu: "Zum Gl?ck bekam man den Guide gratis mit dem Eintritt mit dazu!"

(*Name der Redaktion unbekannt.)

***

Ausflugstipp

Die heutige Sonderausgabe der Londoner "Times" stellt ebenfalls einen Exklusiv-Tipp f?r zuk?nftige Besucher der britischen Metropole vor. Dieser Tipp eignet sich vor allem f?r Personen, die sich ungern auf gedr?ngten, stark touristischen Pl?tzen aufhalten und dazu ein ausgepr?gtes historisches Interesse besitzen.
Wir haben das Vergn?gen, der Leserschaft heute die Temple Church vorstellen zu d?rfen.
Diese Kirche, das ehemalige Zentrum der Londoner und gesamtbritischen Tempelritter, zeichnet sich weder durch Gr?sse, noch durch Sch?nheit oder Extravaganz aus. Ihr Charm liegt in ihrer Geschichte und der heutigen Verstecktheit des einstmals riesigen Geb?udes.
Das gesamte Quartier, das sich stolz immer noch "Temple" nennt, ist mittlerweile Privatgrundst?ck, und dazu noch ?usserst teures Pflaster. In mitten dieses Wohngeb?udes liegt die Temple Church. Man muss sich zuerst durch das Labyrinth von Strassen und Hausecken k?mpfen, bevor man zur Kirche kommt.
Bereits der erste Blick zeigt: Kaum mehr etwas zeugt von dem einstig pr?chtigen und illustren Bau. Der Vorplatz, w?hrend des 12. und 13. Jahrhunderts der Garten des Templerordens, besteht aus schlichten Steinplatten. Einzig die Statue von zwei Rittern auf einem Pferd, das Symbol der Templer, und eine Inschrift verr?t etwas von dem Geheimnis des Ortes. Ein Schild beim Eingang macht auf eine Diskussion zu Dan Browns "The Da Vince Code" aufmerksam.
Auch das Innere der Kirche l?sst zuerst auf wenig Interessantes schliessen. Der rechte Teil der zugegebenermassen recht kleinen Kirche ist renoviert, gepflegt, aber genauso langweilig wie tausend andere Gottesh?user in unseren Breitengraden. Der linke Teil jedoch beinhaltet die wahre Sehensw?rdigkeit. An die zw?lf Steins?rge reihen sich auf dem Kirchenboden aneinander. Sie zeigen die Antlitze, R?stungen und Waffen von ehemaligen Templern, alle im 13. Jahrhundert fabriziert. Man kann sich also nicht nur bis an diese liegenden Statuen heranwagen und ihr Gesicht betrachten, nein, man kann auch die ganze Ausstattung aus dieser Zeit beobachten, die Haltung, Gestik und die Form der Darstellung der Tempelritter.



Unsere entsandte Reporterin bemerkte, dass viele der Ritter in einer ?usserst merkw?rdigen Stellung gemeisselt wurden, n?mlich in verdrehter Haltung, mit den Beinen ?bereinander geschlagen. Sie fragte beim W?chter am Eingang nach, was es mit dieser Stellung auf sich habe, und er antwortete ihr, dass Historiker annehmen, dass die gekreuzten Beine bedeuten, dass diese Ritter an den Kreuzz?gen teilgenommen haben. Mit dieser Information und dem Glauben, etwas Besonderes gesehen zu haben, l?sst es sich London umso besser geniessen.
Zugegeben, eine Temple Church besitzt niemals die Gr?sse einer Westminster Abbey oder anderer Kirchen, und dennoch besitzt sie eine ganz eigene Faszination.

***

Danksagungen

Shannon (Barmann im Hotel, Kiwi) - Vielen Dank f?r den tollen Samstagabend, es war ein echter Spass! Danke f?rs Auflegen der Rockmusik, trotz der Beschwerden einiger G?ste und der Chefin, danke f?rs Gratis-Cider und Cola, danke f?rs Gitarrespielen und danke f?r die wunderbaren Gespr?che. Vor allem haben mich ja deine Berichte von den Dreharbeiten als Ork bei "Herr der Ringe" fasziniert... :-) Hat man es als Neuseel?nder nicht toll? You're fucking awesome, mate!

"Minu-Double" (Sorry, Name vergessen! Brite) - Danke f?r deinen britischen Humor, deine Gespr?che ?ber die Zukunft und deine Unterhaltung in Deutsch. Und danke, dass du es Samstagabend fast bis zum Schluss mit mir ausgehalten hast...

Lindo (auch Barmann Hotel, Brite) - Danke f?rs Ertragen der Rockmusik (und dass du dir nicht wie angedroht deswegen die Pulsadern aufschneiden w?rdest...), f?r die Bedienung am Freitagabend und f?r deine Gespr?che ?bers Skifahren in der Schweiz und vom Erz?hlen des letzten Gurtenfestivals.

Jimmy (Brite)- Danke daf?r, dass du so f***ing stoned ausgesehen hast. :-)

Nicolas (Franzose) - Danke, dass ich mit dir noch etwas meine Franz?sischkenntnisse aufbessern konnte, auch wenn ich mich eigentlich auf eine franz?sischfreie Zeit gefreut habe. Danke, dass wir so toll ?ber deine ehemalige Uni, die meine jetzige Uni ist, sprechen konnten.

"Bretone" (Sorry, Namen vergessen! Franzose) - Danke f?r deine politischen Gespr?che ?ber den zweiten Weltkrieg (auf Franz?sisch!!!). Immerhin habe ich mich f?r einen Abend gef?hlt, als beherrsche ich die franz?sische Sprache tats?chlich...

Martino (Italiener) - Danke daf?r, dass wir uns unterhalten konnten, obwohl ich kein Wort italienisch kann und du kaum Englisch gesprochen hast.

Joanne (Kiwi) - Danke daf?r, dass du sich so sehr f?r dein Land und seine Vorz?ge eingesetzt hast. *ggg*

***

Die Redaktion entschuldigt sich bei der Leserschaft f?r das Fehlen von passenden Bildern. Der "Times"-Photograf wurde kurzfristig krank und war deshalb nicht in der Lage, diese Reportage durch Bildmaterial zu erg?nzen.
24.1.06 21:04


Chrütli/Athelas/Sarah reist nach London!

Hihi, ich habe mich heute kurzfristig entschieden, vom 20. - 22. Januar einen Wochenendausflug nach London zu machen. Gesagt, getan. Das Flugticket ist gebucht, die Unterkunft auch, jetzt warte ich nur noch auf das Abreisedatum... :-)
Hach, ich freue mich schon darauf, obwohl es das erste Mal ist, dass ich ganz alleine verreise. Nun ja, jedenfalls fliegend. Doch von Montpellier aus ist der Flug nach London ?usserst praktisch. Einen Flug Montpellier-London Stansted gibt es t?glich. Tja, dazu noch mit Ryanair, wo das Ganze sehr g?nstig kommt, was will man mehr? Ich freue mich jedenfalls wie bl?d darauf! Dabei weiss ich noch gar nicht, was ich mir anschauen will... Hmm, aber daf?r bleibt ja noch etwas Zeit.
8.1.06 22:03


Paris - Zwei Deppen, ein Dölfi-Fon und das Subway

Es ist jetzt bereits wieder eine Weile her, seit ich geschrieben habe. Nun, ich war auch sehr besch?ftigt. Mit Reisen n?mlich, wie k?nnte es anders sein?

Dieses Mal war die Hauptstadt mein auserw?hltes Opfer. Bereits seit langem habe ich mit Mirjam eine Reise nach Paris geplant und da wir uns ja im Moment nicht so oft sehen, haben wir uns gedacht, dass man sich ja mal in Paris treffen k?nnte. Das teilt auch ziemlich sch?n den Reiseweg: Mirjam fuhr 4 Stunden in den Westen, ich fuhr 3,5 Stunden in den Norden.

Nun, da waren wir also letztes Wochenende f?r 4 Tage, Treffpunkt Paris. Ich war bereits 2 Stunden fr?her da als Mirjam und genoss den warmen Sonnenschein vor dem Gare de Lyon, als pl?tzlich ein junger Mann neben mir stand und mit mir zu plaudern begann. Ob ich Touristin sei. Ja, antwortete ich. Von wo denn? Na, von Bern, aber ich komme gerade aus Montpellier. Zuerst schaute er mich etwas seltsam an. Was ich denn in Montpellier mache. Als Au Pair arbeiten... Und so weiter. Jedenfalls kamen wir richtig gut miteinander aus. Nicolas hiess er. Nach einiger Zeit trudelten dann auch langsam seine Freunde ein, und alle begr?ssten mich wie eine Altbekannte. Jedenfalls solange ich den Mund hielt und man mein verkr?ppeltes Franz?sisch nicht h?rte...
Nicolas fragte mich schliesslich, ob ich nicht heute abend an seine "d?monstration" kommen wolle, gleich vor der Kirche Notre-Dame. Ich schaute etwas verdutzt drein, da Nicolas nicht unbedingt nach einem politischen Aktivist aussah, und fragte ihn, gegen was er denn demonstrieren wolle. Dieses Mal schaute er mich etwas verwirrt an, und antwortete mir dann: "Na, f?r Geld!"
Nun ja, ich hatte nicht unbedingt Lust, an eine Demo zu gehen und sagte ihm, dass ich es mir noch ?berlege.

Schliesslich kam dann Mirjam an, und es gab ein fr?hliches Wiedersehen. Wir wollten gleich in unser Hotel gehen und das Gep?ck abladen, so stiegen wir in die M?tro. Ich wusste, dass unsere Station die Endstation war, aber als dann immer mehr Touristen ausstiegen und am Schluss nur noch arabische Leute, Afrikaner und Penner sitzenblieben, fragte ich mich bereits, wo ich wohl unser Hotel gebucht hatte...
Schliesslich kamen wir dann beim Hotel an und wurden gleich sehr freundlich von Jean-Jacques de la R?ception empfangen. Nicht dass der Mann so hiess, aber er wurde gleich auf Anhieb von Mirjam so getauft. Er malte uns lauter Kreise auf unseren Stadtplan, wo alles Sehenswerte war und dann gingen wir auf unser Zimmer. Ich weiss nicht, ob es ein Naturgesetz daf?r gibt, dass zwei junge Schweizer Touristen immer zu oberst im hintersten Zimmer platziert werden m?ssen, aber falls ja, dann hat Jean-Jacques dieses Gesetz gut eingehalten. Bereits in Berlin vor einem Jahr wurden wir so verstaut. Und verstaut ist hier wirklich das passende Wort, denn das Zimmer war nicht viel gr?sser als eine Besenkammer. Stellt euch einfach ein Doppelbett mit einem halben Meter Platz an drei Seiten und ein winziges Badezimmer vor, dann habt ihrs.
Aber egal, wir hatten eine Unterkunft.

Dann ging es los. Zu Fuss marschierten wir von unserem Hotel aus auf den Montmartre und zur Sacr?-Coeur, was nat?rlich bereits wieder Proteste bei Mirjam ausl?ste. Danach liefen wir noch etwas weiter zum Moulin Rouge, wo wir uns sehr interessiert die Programmbilder anschauten.
Danach fuhren wir zur ?le de la Cit? und zur Seine. Es war mittlerweile Abend geworden und so traf es sich, dass wir dann doch noch vor der Notre-Dame standen. Ich dachte an Nicolas und meinte dann noch ironisch zu Mirjam: "Ist wohl nix geworden aus seiner Demo." Doch dann sahen wir auf einmal auf der Br?cke einige Jungs auf ihren Rollerskates und Rollschuhen, die ohne Schoner irgendwelche Kapriolen ?ber Schanzen vorf?hrte. Und unter ihnen Nicolas... Pl?tzlich d?mmerte es mir: D?monstration = Vorf?hrung... Tja, ich wusste schon immer, dass mein Franz?sisch grottenschlecht ist. Jedenfalls plauderten wir noch eine ganze Weile mit den Skaterboys und verabredeten uns gleich f?r den n?chsten Abend.

Am anderen Tag, geweckt von einem P?rchen auf dem H?henpunkt ihrer Leidenschaft (Isolation ist in Frankreich ein Fremdwort), fuhren wir dann zur D?fense, liefen zur?ck ?ber die Champs-?lys?es und den Place de la Concorde, immer auf der Suche nach einem Subway. Wir fanden aber keinen und mussten dann ganz deprimiert zum McDonalds. Gegen Abend dr?ngte mich dann Mirjam, doch einfach Nicolas eine SMS zu schreiben und ihn zu fragen. Das tat ich dann auch und Nico bot sich an, uns den Subway zu zeigen. Hach, und dann endlich hielten wir dieses wunderbare, saftige, ?beraus feine Subway-Sandwich in unseren H?nden. Es war so gut, dass wir in den folgenden Tagen gleich noch zweimal mehr dem Restaurant einen Besuch abstatteten.
Als Nico im Restaurant ein P?ckchen Zigaretten hervorkramte, kam mir pl?tzlich eine Idee in den Sinn. Ich fragte ihn, ob ich die Zellophan-Packung behalten d?rfe, und wendete an, was mich Solby einst lehrte: das D?lfi-Fon. Wenn man sich das Zellophan mit zwei Fingern gespannt vor die Lippen h?lt und reinspricht, klingt es fast wie einst Hitler aus dem Volksempf?nger. Jaja, schl?gt mich, ich fand das zuerst auch nicht lustig und ich finde es immer noch makaber und ich weise alle rechtsextremen Beschuldigungen zur?ck, aber irgendwie kann man das so witzig nachmachen... Jedenfalls blieb das D?lfi-Fon von nun an bei uns, begleitete uns durch ganz Paris, weckte uns am Morgen (nun ja, eigentlich nur Mirjam...) und bescherte uns einige b?se Blicke.

Am dritten Tag machten wir einen Ausflug nach Versailles, wo wir absolut geschockt waren von den horrenden Preisen (20? f?r die Besichtigung aller Geb?ude) und beschr?nkten uns dann auf eine reduzierte Besichtigung. Aber wundersch?n und beeindruckend war es allemal. Das Ch?teau mal ohne Besucher und ohne Limiten sehen zu k?nnen, das war Mirjams und mein Traum. Leider unm?glich, aber man darf ja noch tr?umen.
Am Abend gingen wir noch ins Hard Rock Caf?, was dann sozusagen unseren letzten ganzen Tag in Paris einl?utete.

Am anderen Tag schauten wir uns noch die Oper an, wo das Phantom drin haust (leider konnte man nicht in die Keller-Geb?ude und den unterirdischen See... Mist!), aber auch das war extrem beeindruckend und wundersch?n. Vielleicht, wenn ich irgendwann einmal einen reichen alten Sack geheiratet habe, schaffe ich es dann, mir eine Oper dort drin anzusehen.
Dann schleppte ich noch Mirjam auf den Eiffelturm, obwohl sie sich mit H?nden und F?ssen wehrte, und konnte sie letztendlich nur mit einem bezahlten Mittagessen im Subway bestechen.

Dann war es leider schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen.

Es waren vier wundersch?ne Tage in Paris und was ich hier alles erz?hlt habe, das sind nur die groben Umrisse. Die vielen kleinen Details, ob erstaunlich, witzig, schockierend, interessant oder einfach nur angenehm, gehen bei einem solchen Beitrag meistens verloren. Aber ich habe sie nicht vergessen, denn sie sind mir viel wertvoller als all die bekannten, unpers?nlichen Sehensw?rdigkeiten.

Danke Mirjam, dass du mit mir "Barbe ? Papa" gegessen hast, mit auf die Suche nach einem Korkenzieher gekommen bist, den verbotenen Rasen betreten hast, "Parisienne Extra" und einfach nur mit mir gelacht hast. Es war wundersch?n, merci beaucoup. N?chstes Jahr ist dann Wien dran. Oder Amsterdam. Oder Prag. Oder Edinburgh. Oder Weimar...
22.10.05 15:52


Katharer, Burgen und Grotten

Es ist schon erstaunlich. Da wohnt man f?r einige Zeit am Mittelmeer, weit im S?den von Frankreich, mit einer kargen Vegetation, die haupts?chlich aus einigen B?schen, Palmen und Str?uchern besteht und wenn man dann noch weiter s?dlich f?hrt, fast bis nach Spanien, sieht die Umgebung pl?tzlich wieder v?llig anders aus. Hmm... schweizerisch irgendwie. Hohe Berge, viele Tannw?lder, weite gr?ne T?ler und K?he. Nicht gerade die Umgebung, die man 30 Kilometer von der spanischen Grenze erwartet.

Das sind nun also die Pyren?en. Das erste, was einem bereits bei der Fahrt auff?llt, ist dass die Leute etwas gegen B?ren haben. ?Non aux ours? steht ?berall auf den Strassen und an den Leitplanken. Auch hier ein ?Problem?, das einen an die aktuellen Diskussionen in der Schweiz erinnern. Die Temperaturen kamen ebenfalls nahe an die der Schweiz heran. W?hrend ich mich in Montpellier an Temperaturen um die 30? oder dar?ber gew?hnt habe, musste ich doch langsam wieder die langen Hosen auspacken, als es in unserer Destination, Les Cabannes in den Vall?es d?Ax, gerade einmal 12? warm war...

Nun, soviel zu den Aehnlichkeiten mit der Schweiz. Was die Schweiz aber nicht besitzt, das ist das riesige Angebot an Kultur und Geschichte. Katharer-Burgen, Asil-Grotten, H?hlenmalereien, wichtige mittelalterliche Schaupl?tze... All dies findet man in den Pyren?en und ich war richtig Feuer und Flamme, das alles entdecken zu d?rfen. Aber ich erz?hle wohl besser der Reihe nach.

Da Elisabeth, meine Gastmutter, sich sehr f?r die Katharer, ihre Religion und ihre Burgen interessiert, war es nat?rlich schon von Anfang an klar, dass wir im ?Pays Cathare? einige solcher Burgen w?rden besuchen ?m?ssen?. Einige von euch fragen sich jetzt vielleicht: Wer sind ?berhaupt die Katharer? Ich habe mich nat?rlich anl?sslich dieser Ferien auch ein wenig mit dem Thema auseinander gesetzt...
Die Katharer waren eine christliche Glaubensgemeinschaft, die sich klar von der katholischen Kirche distanzierte. Vor allem im S?den Frankreichs, in Okzitanien (das Gebiet zwischen der Provence und Spanien, also da, wo ich im Moment wohne), und in Norditalien war diese Glaubenslehre weit verbreitet. W?hrend der Katholizismus sich auf materielle Werte und auf den Luxus fixiert hatte, verweigerten sich die Katharer dem Reichtum und der K?rperlichkeit. Alles Weltliche, sprich G?ter, menschliche K?rper und Sch?tze, wurden als Satanswerk angesehen, w?hrend nur das Geistliche, also die Seele, die Gebete und schlussendlich die Erl?sung wahren Wert hatten.
Diese Abwendung vom katholischen Glauben passte der katholischen Welt von damals nicht und die Katharer wurden als Ketzer verfolgt und verbrannt. Jedoch muss man beachten, dass auch damals politische Motivationen im Vordergrund standen. Okzitanien geh?rte damals noch nicht zu Frankreich und vor allem der okzitanische Adel befand sich auf Kriegsfuss mit dem katholischen Frankreich. Der okzitanische Adel unterst?tzte und sch?tzte die Katharer und vor allem die Frauen der F?rsten und Grafen geh?rten oftmals dem katharischen Glauben an. Dies war also die Gelegenheit f?r Frankreich, Okzitanien unter religi?sem Vorwand anzugreifen und die Adligen zu st?rzen.
Ich bin jetzt etwas abgeschweift mit meiner Erkl?rung, aber das Thema ist ?usserst spannend, vor allem wenn man selber an den Schaupl?tzen war. Wer noch mehr ?ber die Katharer wissen will, hier der Link zum Artikel auf Wikipedia: Wikipedia/Katharer

Von der Religion der Katharer ist nichts mehr ?brig geblieben, aber die riesigen, auf den ?ussersten Felsen in den Bergen gebauten Ruinen von Burgen bestehen noch.




Das oben ist die Burg Peyrepertuse, die wir auf dem Hinweg von unten gesehen haben. Leider waren wir hier nicht oben auf den Mauern, aber immerhin haben wir sie noch gesehen. Wenn man von unten hinaufblickt, k?nnte man die Ruinen fast f?r einen Teil des Felsen halten.
Peyrepertuse war die gr?sste der Katharer-Burgen, mehr als 300 Meter lang nur die Ruinen.




Oben seht ihr die Burg Monts?gur von unten. Monts?gur ist die bekannteste der Katharer-Burgen, weil hier 1244 mit der gewaltsamen Einnahme der Burg die Katharer endg?ltig zerstreut und in den Untergrund gedr?ngt wurden. Von ehemals 3000 Einwohnern der Burg und als Zentrale der Katharer war die Burg nat?rlich ideal gelegen auf dem Gipfel eines steilen Felsens. 1244 entschieden sich dort schliesslich mehr als 200 Katharer f?r den Tod in den Flammen, anstatt ihrem Glauben abzuschw?ren und sich zu ergeben.
Wir waren auf dieser Burg und die Atmosph?re und die Aussicht von dort oben ist echt gewaltig! Der kleine, steile Weg, der zur Burg hinauff?hrt, mutet fast wie ein Pilgerweg an und es ist kaum zu glauben, dass sie auf der Burg sogar Pferde gehabt haben.
Hier noch ein weiteres Bild von Monts?gur:




Da ich so sch?n von den Burgen erz?hlt habe, bleibe ich noch ein wenig bei den Burgen und bei den Katharern. Wie oben schon einmal erw?hnt, unterst?tzten auch die Adligen von Okzitanien die Katharer. Allen voran die Grafen von Foix.
Foix ist ein kleines St?dtchen, das sich durch eine Burg mit drei wundersch?nen, restaurierten T?rmen hervorhebt.



Ich werde euch jetzt nicht noch einmal mit Detailberichten ?ber den Hintergrund der Burg im Mittelalter langweilen. Nur eines vielleicht: Die Burg gilt als ?imprenable?, also als uneinnehmbar. Sie war eine der einzigen Bastionen, die dem Angriff von Simon de Montfort, einem ?usserst brutalen Inquisitor, standhalten konnten.
Lustig fand ich auch noch, dass fast alle ?Comtes de Foix?, also Grafen von Foix, Roger hiessen... =) Roger I. war der erste Comte de Foix und viele nach ihm hiessen auch wieder Roger oder Roger Raymond. Da f?llt mir nur so gerade ein Insider ein: Wo isch dr Roger? (F?r alle Unwissenden als Nebenbemerkung: Mein Bruder heisst Roger. Und nicht nur der... *g*)

Als n?chstes machten wir auch noch Ausfl?ge an andere Orte, nicht nur Katharer-Burgen. Einmal waren wir noch in der ?Grotte de Mas-d?Azil?.



Dies ist eine riesige Grotte, die ?ber die Jahrtausende hinweg verschiedenen V?lkern Unterschlupf gew?hrt haben. Zuerst, vor etwa 15 000 Jahren, fanden dort die Magdal?niens Unterkunft, ein pr?historisches Volk von J?gern und Sammlern, die bereits unseren K?rperbau und unsere ?Intelligenz? besitzten. Man fand in der Grotte de Mas-d?Azil Pfeilspitzen, geschnitzte Tiere, Knochen und weitere Hinweise auf das Leben in der Grotte.
Sp?ter zogen sich dann dort die Katharer zur?ck, und noch sp?ter, im 16. und 17. Jahrhundert die Protestanten und Hugenotten. Richelieu zog gegen die Hugenotten, die sich in der Grotte versteckt hielten, in den Kampf, konnte sie aber nicht besiegen. Einige Jahre sp?ter, als schon l?ngst keine Hugenotten mehr in der H?hle lebten, liess er trotzdem aus Rache noch einen Teil der Grotte sprengen, nur damit sich auch in Zukunft niemand mehr darin versteckt halten sollte. Die Auswirkungen dieser Sprengung sieht man nat?rlich noch heute.
Hier muss man einfach sagen, dass unser Ausflug nicht so gut geplant war, weil wir die Kinder dabei hatten. Sp?testens als wir zu den Vitrinen mit dem B?rensch?del kamen, hatte Roberta Angst, auch vor der Dunkelheit, und M?tti versuchte aus lauter Langeweile, mit seinem Kopf das Glas einzuschlagen... Wir haben es dann so gel?st, dass Thomas mit den Kindern rausging und Elisabeth und ich zu zweit den Rundgang beendeten.

Wir hatten aus unseren Fehlern gelernt, die Kinder mit in Grotten zu nehmen, und deshalb kamen sie in die n?chste Grotte gar nicht erst mit. Elisabeth intressiert sich schon seit langem f?r die Pr?historik und als sie erfuhr, dass die Grotte de Niaux, neben der mittlerweile geschlossenen Grotte de Lascaux, einige der sch?nsten pr?historischen Wandmalereien aufweist, mussten wir dieser Grotte, die auch ganz in der N?he war, auch noch einen Besuch abstatten. Thomas hatte sich erneut anerboten, sich der Kinder anzunehmen, wof?r wir beide dankbar waren.
Also gingen nur Elisabeth und ich zu der F?hrung in der H?hle. Bei dieser F?hrung musste man sich voranmelden, und es konnten nicht mehr als 20 Leute mit auf einen Rundgang. Es galten strenge Massnahmen, denn die Malereien sind sehr allf?llig auf Licht oder andere Umweltver?nderungen.
Nur mit Taschenlampen bewaffnet, ging es also auf den Rundgang. Schon nur die H?hle selber hat mich erstaunt, sie war riesig und hat mich zum Teil mit ihren H?geln und anderen Unebenheiten beinahe an eine Mondlandschaft erinnert. Bereits die 200-j?hrigen Graffitis nahe beim Eingang fand ich ?usserst faszinierend, doch was ich dann in der ?Gal?rie noir? antraf, ?berstieg alle meine Erwartungen. Vielleicht muss ich zuerst die Atmosph?re beschreiben und den Raum, damit man sich auch nur ansatzweise das Gesehene vorstellen kann. Die Gal?rie noir ist eine Sackgasse des H?hlengangs, mit einer Decke, die sich weit nach oben w?lbt und rund ist. Die Akkustik ist genial, die F?hrerin hat uns selber vorgef?hrt, wie lange Gesang oder Instrumente nachklingen. Wir standen also vor dieser Wand, die rund war, und mussten alle unsere Taschenlampen ausmachen. Selbst die F?hrerin hat ihre kurz ausgemacht und wir mussten uns am Gel?nder vortasten. Auf einmal ging das Licht von der Taschenlampe der F?hrerin wieder an und da waren sie vor uns! Bisons, Pferde und Steinb?cke, wundersch?n gemalt. Es waren keine kinderhaft hingekritzelten Zeichnungen, nein, die Malereien zeigten durchdachtes Kunstgef?hl. Beim Kopf des einen Bisons hatte man zuerst das Gef?hl, dass dort eine Linie nicht hingeh?re, doch wenn man genauer hinschaute, merkte man, dass diese Linie bereits zum Kopf eines anderen Bisons geh?rt, der hinter dem ersten Bison steht. Und die R?ckenlinie des einen Bisons war die Bauchlinie des anderen. Bei anderen Zeichnungen hatte man das Gef?hl, dass eine Linie fehlt, doch als die F?hrerin die Taschenlampe anders hingerichtet hat, sah man, dass der Schatten eines kleinen Felsvorsprunges die andere Linie bildet. Man muss sich diese Malereien noch bei flackerndem Fackelschein vorstellen, wo dann die Malereien fast wie Bewegung annehmen.



Diese Malereien sind zwischen 11 000 und 14 000 Jahre alt. Erstaunlich ist auch noch zu wissen, dass die Leute NICHT in dieser H?hle gelebt haben. Nirgends wo man Spuren von allt?glichem Leben in Grotten gefunden hat, hat man auch Wandmalereien gefunden und nirgends wo man Wandmalereien gefunden hat, hat man Spuren von Leben gefunden. Dieser Ort war wahrscheinlich ein ritueller, heiliger Platz, doch in welcher Form, das weiss man nicht. Man hat auch nie eine Zeichnung eines Menschen gefunden, nur von Tieren.
Einige der Zeichen weisen auch Symbole auf, so wie zum Beispiel ein Pfeil. Doch haben die Menschen damals noch nicht mit Pfeilen gejagt... Was die Symbole genau bedeuten, das weiss man nicht.
Mich haben diese H?hle und diese Malereien jedenfalls sehr fasziniert. Wenn irgendwer je die Gelegenheit kriegt, solche Zeichnungen zu sehen, dann muss man das unbedingt machen.

So, dieser Beitrag ist schon ohnehin lange genug, ich werde jetzt nicht n?her auf die kleinen, famili?ren Details eingehen. Es war sehr sch?n, mit Meyers in die Ferien zu fahren und wir hatten es wirklich gut zusammen. Auch mit den Kindern ging alles gut. Roberta hatte einen kleineren Unfall, wo sie eine kleine, aber tiefe Wunde am Kopf n?hen musste, doch das klingt jetzt schlimmer, als es eigentlich war. M?tti hat mich schon richtig in sein Herz geschlossen und liebt es, mich zu hauen und mir an den Haaren zu ziehen.

Aber das reicht jetzt wirklich, ich werde n?chstes Mal wieder mehr ?ber die Familie und mich erz?hlen.

Bis bald!
28.8.05 12:48


The Island

Ich war diese Woche in "The Island".

Ich habe mich zwar seit einiger Zeit gefragt, was denn bitte Ewan McGregor - einer meiner Lieblingsschauspieler - dazu verleitet hat, in einem Action-Film von Michael Bay mitzuspielen, aber die Story hat echt was. Und Ewan ist sehr geeignet f?r die Rolle, die er gekriegt hat und er spielt wie gewohnt brilliant. Diesen unschuldigen, fragenden Blick hat er gut drauf und richtig toll fand ich vor allem (Achtung Spoiler!) die Spielerei mit den Akzenten. Lincoln Six-Echo spricht ein recht normales American-English, w?hrend Tom Lincoln, das Original, Schotte ist und er da richtig toll schottisch spricht.

Es hat auch sonst recht viele witzige Szenen und vor allem Dialoge.

Alles in allem fand ich den Film gut, nicht ?berragend, aber doch gut. Es hat zwischendurch zu viele Actionszenen mit Geballer und unm?glichen Stunts, aber die Stories und die Charaktere sind sehr spannend. Vielleicht hat jemand von euch "Brave New World" von Aldous Huxley gelesen. Die Welt in "The Island" gleicht der Welt Huxley's recht genau und ich bin mir einigermassen sicher, dass sogar einige Dinge vom Buch ?bernommen wurden, wenn es nicht sogar als grobe Inspiration galt. Jedenfalls sehenswert.

(F?r weitere Infos ?ber den Film: www.outnow.ch )

31.7.05 23:35


Mittelerde-Fest in Leuk

Ach, es ist einfach ein Naturgesetz, dass die sch?nen Dinge viel zu schnell vorbeigehen.

Kaum hatte ich die lange Zugfahrt heute vor einer Woche hinter mir, da huschte die Zeit nur so an mir vorbei. Der Aufbau f?r das Mittelerde-Fest war anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Als Varda und ich am Montag in Leuk ankamen, da erwartete uns ein ungewohntes Bild: Keine gewandeten Leute, keine sch?n dekorierte Wiese, keine B?hne, keine Flaggen. Stattdessen wartete eine mit Baumaterial bedeckte Burgwiese und ein winziges Gr?ppchen Helfer und OK-Leute auf uns. Ich glaube, mir ist erst zu diesem Zeitpunkt klar geworden, wieviel Arbeit uns noch bevorstehen w?rde und was f?r eine unglaubliche Leistung das OK-Team und die Helfer f?r jedes MEF vollbringen.
Und auch wenn wir meistens die Stunden vom fr?hen Morgen bis in die Nacht hinein mit Schuften verbracht haben, so war es doch eine tolle Erfahrung, bei der ich das n?chste Mal wieder zusagen w?rde. Ich habe so einiges dabei gelernt, so zum Beispiel, wie man K?hlschr?nke mit Tischtuchpapier einfasst, dass die Ratsschloss-K?che kein angenehmer Platz zum Kochen ist, dass es gef?hrlich ist, am Morgen bei Seppel und Ea im Frauenruheraum zu duschen und dass der Bunker ohne einen riesigen Menschenauflauf recht gem?tlich sein kann. Dazu, am wichtigsten, habe ich viele richtig tolle (ich nenne sie jetzt absichtlich nicht "nett") Leute kennengelernt, die meistens am Fest selber zu gestresst und zu besch?ftigt waren, um ein bisschen mit mir zu plaudern.

Das Fest selber ?bertraf dann aber die Vorbereitungszeit um einiges. Leuk hatte sich mittlerweile in Mittelerde verwandelt und es war wundersch?n, alle Leute wiederzusehen, die man vielleicht seit einem oder zwei Jahren nicht mehr gesehen hat. Den einen hat man auf einem User-Treffen kennengelernt, die andere an Silvester, den dritten am letzten MEF und nun sind sie alle wieder in Leuk versammelt. Ich war ein bisschen ?berrascht, dass der Trend in diesem Jahr - vor allem bei den M?nnern - auf kurze Haare umgestellt hat. So manch ein Prachtexemplar (*grins*) der m?nnlichen Spezies lief nun pl?tzlich mit kurzen Haaren herum... und doch musste ich zugeben: Einigen stand dies besser. Ich hatte jedenfalls viel Zeit zum Schauen...
Die Gespr?chspartner am Abend waren zwar von Nacht zu Nacht nicht sonderlich verschieden, doch habe ich jede Minute dieser kostbaren, magischen N?chte in Leuk genossen. Es sind nicht die Workshops, die Vortr?ge oder die anderen vielen Programmpunkte, die das MEF f?r mich zu etwas Besonderem machen, sondern das gem?tliche Zusammensitzen bei witzigen, doofen, perversen, alkoholgeschw?ngerten und absolut kranken Gespr?chen. Schade, dass diese Community ?ber ganz Deutschland, ?sterreich und die Schweiz verstreut ist, manchmal m?chte ich sie alle (oder fast alle...) zu mir zu einer Gartenparty einladen. Ich habe selten soviel gelacht, wie an diesen drei Abenden in Leuk. Ein besonderes Dankesch?n geht an dieser Stelle an Mir?, Lui und Minu. Und nat?rlich an meinen Ausschnitt... Und vielleicht auch noch an den Alkohol und das Gras.

Mittelerde-Fest, jeder Zeit wieder. Wie gesagt, nur schade, dass es so schnell vorbeigegangen ist. Doch auch dieses Fest werde ich als etwas ?beraus Kostbares in Erinnerung behalten. Es war vielleicht nur eine Woche, aber sie war perfekt. Eine heile Welt. Etwas Besonderes.
Eine tiefe Verbeugung und ein riesiges Dankesch?n an alle, die dieses Fest m?glich gemacht haben und an die Leute, die es mit ihrer Anwesenheit und ihrer guten Laune zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. *heimlicheintr?nchenwegwisch*

25.7.05 13:33





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