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Ist Frankreich unrockbar?
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Kino & Events
Schlussfolgerung: Frankreich
Ich bin nun seit zehn Tagen wieder in der Schweiz und ich wurde in dieser Zeit so oft nach meinen Erlebnissen in Frankreich gefragt, dass ich beschlossen habe, eine kleine "Schlussfolgerung" meines Aufenthalts hier hinein zu stellen. Sozusagen als kleiner Abschluss, obwohl ich natürlich auch in Zukunft bloggen werde.
Ich hab so viel erlebt, ich weiss gar nicht wo anfangen. Vor allem das Reisen fand ich so toll, ich hab in diesen acht Monaten Montpellier, Paris, London, Barcelona, Toulouse, Béziers, Avignon, Marseille, Nîmes, Pau, Biarritz, Perpignan, Sète, Cassis, die Pyrenäen und noch viele andere spannende Orte bereist. Das war so unglaublich genial! Ich konnte einfach alles neu entdecken, ich konnte kommen und gehen wie ich wollte, ohne mich an Ferien halten zu müssen (nun ja, fast nicht). Ich habe mich noch nie so frei gefühlt wie in den letzten acht Monaten. Ich ging meistens allein auf Reisen und an jedem Ort habe ich neue Leute kennengelernt, von denen ich mehr über ihre Stadt und über ihre Kultur kennengelernt habe. Man sieht dann auf einmal seine eigene Herkunft, seine eigene Kultur aus einem anderne Blickwinkel und ich habe zudem zum ersten Mal richtig gemerkt, was "Selbstverständlichkeit" heisst, oder was eben nicht alles selbstverständlich ist. Dazu habe ich in Montpellier eine zweite Heimat gefunden. Diese Stadt ist so schön, hell und jung (ähm, also nicht wörtlich nehmen, sie wurde im 10. Jahrhundert gegründet... *g*). Ich habe dort auch sehr viele nette Leute kennengelernt und habe sogar begonnen, die französische Sprache zu mögen. Das Klima war natürlich auch nicht zu verachten und die Geschichte sowieso nicht. Die Geschichte Frankreichs ist überaus spannend und die frühe Moderne (16. und 17. Jahrhundert) hat mich besonders gefesselt. Ich ging ja in Montpellier als Gasthörerin an die Uni, bevor sie im Februar verbarrikadiert wurde. Sogar einen typisch französischen Streik konnte ich live mitverfolgen. Zudem habe ich sehr viel gelesen (hach, ich verehre Alexandre Dumas' "Die drei Musketiere"! Ich habe noch Hoffnung, dass es zu diesem Stoff auch einmal eine richtig tolle Verfilmung geben wird.). Meine Gastfamilie war auch total nett, auch wenn ich mit ihnen Schweizerdeutsch gesprochen habe. Mit den Kindern kam ich auch sehr gut aus, obwohl ich dazu auch sagen muss, dass es manchmal sehr anstrengend war.
Nun, das war die Kurzfassung von meinem Frankreich-Aufenthalt. Aber es gibt noch so viele schöne, interessant oder schräge Erinnerungen von meiner Zeit in Südfrankreich, dass es beinahe weh tut, dies alles auf diesen mickrigen paar Zeilen festzuhalten.
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Londoner "Times"
Für die Sonderausgabe der Londoner "Times" schickte die Redaktion letztes Wochenende eine Reporterin in die britische Hauptstadt, um vor Ort von diversen Ereignissen Bericht zu erstatten.
Vermischte Meldungen
Aufgrund von Reparatur- und Renovationsarbeiten blieb letzten Freitag die Underground-Station Stamford Brook geschlossen, so wie samstags und sonntags auch die ganze Districtline Richtung Richmond.
(Anmerkung der Redaktion: Wer errät, an welcher Station besagte Reporterin aussteigen musste, kann eine Mail mit der Antwort an das Redaktionsbüro schicken und so am grossen Gewinnspiel teilnehmen.)
Frühlingshafte Temperaturen am Samstag lockten Londoner in den Hyde Park.
Das Thermometer stieg samstags bis auf 12° Celsius und ermutigte demzufolge sowohl Einwohner der Hauptstadt wie auch Touristen zu einem gemütlichen Spaziergang im Park. Zwischen Fussballangefressenen, Reitern und Skatern liess es sich wunderbar das schöne Wetter geniessen und die müden Beine von einem Stadtbummel erholen.
Wal in der Themse gesichtet!
Das Tier ist während seiner Reise vom Meer ins Landesinnere im Londoner Hausfloss stecken geblieben und hat sich verletzt. Laut neusten Berichten starb der Wal am Samstagabend an seinen Verletzungen.
(Anmerkung der Redaktion: Die Reporterin erfuhr erst spät am Samstagabend die ganze Geschichte vom Wal und stufte sie als "lächerlich und unglaubwürdig" ein, bevor sie später mehr davon in der Zeitung las. Das ganze "Whale-watching" kam demzufolge für sie zu spät.)
Führer in Westminster Abbey wird zum unlustigsten, ungeduldigsten und langweiligsten Guide der Nation gewählt.
Nach neusten Auswertungen von Fragebögen zeichnete sich John* durch sein spärliches Hintergrundwissen, unwitzige Sprüche und anhaltende Ungeduld zum schlechtesten Guide der britischen Metropole aus. Eine der Besucherinnen, Sarah (19), meint dazu: "Zum Glück bekam man den Guide gratis mit dem Eintritt mit dazu!"
(*Name der Redaktion unbekannt.)
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Ausflugstipp
Die heutige Sonderausgabe der Londoner "Times" stellt ebenfalls einen Exklusiv-Tipp für zukünftige Besucher der britischen Metropole vor. Dieser Tipp eignet sich vor allem für Personen, die sich ungern auf gedrängten, stark touristischen Plätzen aufhalten und dazu ein ausgeprägtes historisches Interesse besitzen.
Wir haben das Vergnügen, der Leserschaft heute die Temple Church vorstellen zu dürfen.
Diese Kirche, das ehemalige Zentrum der Londoner und gesamtbritischen Tempelritter, zeichnet sich weder durch Grösse, noch durch Schönheit oder Extravaganz aus. Ihr Charm liegt in ihrer Geschichte und der heutigen Verstecktheit des einstmals riesigen Gebäudes.
Das gesamte Quartier, das sich stolz immer noch "Temple" nennt, ist mittlerweile Privatgrundstück, und dazu noch äusserst teures Pflaster. In mitten dieses Wohngebäudes liegt die Temple Church. Man muss sich zuerst durch das Labyrinth von Strassen und Hausecken kämpfen, bevor man zur Kirche kommt.
Bereits der erste Blick zeigt: Kaum mehr etwas zeugt von dem einstig prächtigen und illustren Bau. Der Vorplatz, während des 12. und 13. Jahrhunderts der Garten des Templerordens, besteht aus schlichten Steinplatten. Einzig die Statue von zwei Rittern auf einem Pferd, das Symbol der Templer, und eine Inschrift verrät etwas von dem Geheimnis des Ortes. Ein Schild beim Eingang macht auf eine Diskussion zu Dan Browns "The Da Vince Code" aufmerksam.
Auch das Innere der Kirche lässt zuerst auf wenig Interessantes schliessen. Der rechte Teil der zugegebenermassen recht kleinen Kirche ist renoviert, gepflegt, aber genauso langweilig wie tausend andere Gotteshäuser in unseren Breitengraden. Der linke Teil jedoch beinhaltet die wahre Sehenswürdigkeit. An die zwölf Steinsärge reihen sich auf dem Kirchenboden aneinander. Sie zeigen die Antlitze, Rüstungen und Waffen von ehemaligen Templern, alle im 13. Jahrhundert fabriziert. Man kann sich also nicht nur bis an diese liegenden Statuen heranwagen und ihr Gesicht betrachten, nein, man kann auch die ganze Ausstattung aus dieser Zeit beobachten, die Haltung, Gestik und die Form der Darstellung der Tempelritter.
Unsere entsandte Reporterin bemerkte, dass viele der Ritter in einer äusserst merkwürdigen Stellung gemeisselt wurden, nämlich in verdrehter Haltung, mit den Beinen übereinander geschlagen. Sie fragte beim Wächter am Eingang nach, was es mit dieser Stellung auf sich habe, und er antwortete ihr, dass Historiker annehmen, dass die gekreuzten Beine bedeuten, dass diese Ritter an den Kreuzzügen teilgenommen haben. Mit dieser Information und dem Glauben, etwas Besonderes gesehen zu haben, lässt es sich London umso besser geniessen.
Zugegeben, eine Temple Church besitzt niemals die Grösse einer Westminster Abbey oder anderer Kirchen, und dennoch besitzt sie eine ganz eigene Faszination.
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Danksagungen
Shannon (Barmann im Hotel, Kiwi) - Vielen Dank für den tollen Samstagabend, es war ein echter Spass! Danke fürs Auflegen der Rockmusik, trotz der Beschwerden einiger Gäste und der Chefin, danke fürs Gratis-Cider und Cola, danke fürs Gitarrespielen und danke für die wunderbaren Gespräche. Vor allem haben mich ja deine Berichte von den Dreharbeiten als Ork bei "Herr der Ringe" fasziniert... :-) Hat man es als Neuseeländer nicht toll? You're fucking awesome, mate!
"Minu-Double" (Sorry, Name vergessen! Brite) - Danke für deinen britischen Humor, deine Gespräche über die Zukunft und deine Unterhaltung in Deutsch. Und danke, dass du es Samstagabend fast bis zum Schluss mit mir ausgehalten hast...
Lindo (auch Barmann Hotel, Brite) - Danke fürs Ertragen der Rockmusik (und dass du dir nicht wie angedroht deswegen die Pulsadern aufschneiden würdest...), für die Bedienung am Freitagabend und für deine Gespräche übers Skifahren in der Schweiz und vom Erzählen des letzten Gurtenfestivals.
Jimmy (Brite)- Danke dafür, dass du so f***ing stoned ausgesehen hast. :-)
Nicolas (Franzose) - Danke, dass ich mit dir noch etwas meine Französischkenntnisse aufbessern konnte, auch wenn ich mich eigentlich auf eine französischfreie Zeit gefreut habe. Danke, dass wir so toll über deine ehemalige Uni, die meine jetzige Uni ist, sprechen konnten.
"Bretone" (Sorry, Namen vergessen! Franzose) - Danke für deine politischen Gespräche über den zweiten Weltkrieg (auf Französisch!!!). Immerhin habe ich mich für einen Abend gefühlt, als beherrsche ich die französische Sprache tatsächlich...
Martino (Italiener) - Danke dafür, dass wir uns unterhalten konnten, obwohl ich kein Wort italienisch kann und du kaum Englisch gesprochen hast.
Joanne (Kiwi) - Danke dafür, dass du sich so sehr für dein Land und seine Vorzüge eingesetzt hast. *ggg*
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Die Redaktion entschuldigt sich bei der Leserschaft für das Fehlen von passenden Bildern. Der "Times"-Photograf wurde kurzfristig krank und war deshalb nicht in der Lage, diese Reportage durch Bildmaterial zu ergänzen.
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Chrütli/Athelas/Sarah reist nach London!
Hihi, ich habe mich heute kurzfristig entschieden, vom 20. - 22. Januar einen Wochenendausflug nach London zu machen. Gesagt, getan. Das Flugticket ist gebucht, die Unterkunft auch, jetzt warte ich nur noch auf das Abreisedatum... :-)
Hach, ich freue mich schon darauf, obwohl es das erste Mal ist, dass ich ganz alleine verreise. Nun ja, jedenfalls fliegend. Doch von Montpellier aus ist der Flug nach London äusserst praktisch. Einen Flug Montpellier-London Stansted gibt es täglich. Tja, dazu noch mit Ryanair, wo das Ganze sehr günstig kommt, was will man mehr? Ich freue mich jedenfalls wie blöd darauf! Dabei weiss ich noch gar nicht, was ich mir anschauen will... Hmm, aber dafür bleibt ja noch etwas Zeit.
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Paris - Zwei Deppen, ein Dölfi-Fon und das Subway
Es ist jetzt bereits wieder eine Weile her, seit ich geschrieben habe. Nun, ich war auch sehr beschäftigt. Mit Reisen nämlich, wie könnte es anders sein?
Dieses Mal war die Hauptstadt mein auserwähltes Opfer. Bereits seit langem habe ich mit Mirjam eine Reise nach Paris geplant und da wir uns ja im Moment nicht so oft sehen, haben wir uns gedacht, dass man sich ja mal in Paris treffen könnte. Das teilt auch ziemlich schön den Reiseweg: Mirjam fuhr 4 Stunden in den Westen, ich fuhr 3,5 Stunden in den Norden.
Nun, da waren wir also letztes Wochenende für 4 Tage, Treffpunkt Paris. Ich war bereits 2 Stunden früher da als Mirjam und genoss den warmen Sonnenschein vor dem Gare de Lyon, als plötzlich ein junger Mann neben mir stand und mit mir zu plaudern begann. Ob ich Touristin sei. Ja, antwortete ich. Von wo denn? Na, von Bern, aber ich komme gerade aus Montpellier. Zuerst schaute er mich etwas seltsam an. Was ich denn in Montpellier mache. Als Au Pair arbeiten... Und so weiter. Jedenfalls kamen wir richtig gut miteinander aus. Nicolas hiess er. Nach einiger Zeit trudelten dann auch langsam seine Freunde ein, und alle begrüssten mich wie eine Altbekannte. Jedenfalls solange ich den Mund hielt und man mein verkrüppeltes Französisch nicht hörte...
Nicolas fragte mich schliesslich, ob ich nicht heute abend an seine "démonstration" kommen wolle, gleich vor der Kirche Notre-Dame. Ich schaute etwas verdutzt drein, da Nicolas nicht unbedingt nach einem politischen Aktivist aussah, und fragte ihn, gegen was er denn demonstrieren wolle. Dieses Mal schaute er mich etwas verwirrt an, und antwortete mir dann: "Na, für Geld!"
Nun ja, ich hatte nicht unbedingt Lust, an eine Demo zu gehen und sagte ihm, dass ich es mir noch überlege.
Schliesslich kam dann Mirjam an, und es gab ein fröhliches Wiedersehen. Wir wollten gleich in unser Hotel gehen und das Gepäck abladen, so stiegen wir in die Métro. Ich wusste, dass unsere Station die Endstation war, aber als dann immer mehr Touristen ausstiegen und am Schluss nur noch arabische Leute, Afrikaner und Penner sitzenblieben, fragte ich mich bereits, wo ich wohl unser Hotel gebucht hatte...
Schliesslich kamen wir dann beim Hotel an und wurden gleich sehr freundlich von Jean-Jacques de la Réception empfangen. Nicht dass der Mann so hiess, aber er wurde gleich auf Anhieb von Mirjam so getauft. Er malte uns lauter Kreise auf unseren Stadtplan, wo alles Sehenswerte war und dann gingen wir auf unser Zimmer. Ich weiss nicht, ob es ein Naturgesetz dafür gibt, dass zwei junge Schweizer Touristen immer zu oberst im hintersten Zimmer platziert werden müssen, aber falls ja, dann hat Jean-Jacques dieses Gesetz gut eingehalten. Bereits in Berlin vor einem Jahr wurden wir so verstaut. Und verstaut ist hier wirklich das passende Wort, denn das Zimmer war nicht viel grösser als eine Besenkammer. Stellt euch einfach ein Doppelbett mit einem halben Meter Platz an drei Seiten und ein winziges Badezimmer vor, dann habt ihrs.
Aber egal, wir hatten eine Unterkunft.
Dann ging es los. Zu Fuss marschierten wir von unserem Hotel aus auf den Montmartre und zur Sacré-Coeur, was natürlich bereits wieder Proteste bei Mirjam auslöste. Danach liefen wir noch etwas weiter zum Moulin Rouge, wo wir uns sehr interessiert die Programmbilder anschauten.
Danach fuhren wir zur Île de la Cité und zur Seine. Es war mittlerweile Abend geworden und so traf es sich, dass wir dann doch noch vor der Notre-Dame standen. Ich dachte an Nicolas und meinte dann noch ironisch zu Mirjam: "Ist wohl nix geworden aus seiner Demo." Doch dann sahen wir auf einmal auf der Brücke einige Jungs auf ihren Rollerskates und Rollschuhen, die ohne Schoner irgendwelche Kapriolen über Schanzen vorführte. Und unter ihnen Nicolas... Plötzlich dämmerte es mir: Démonstration = Vorführung... Tja, ich wusste schon immer, dass mein Französisch grottenschlecht ist. Jedenfalls plauderten wir noch eine ganze Weile mit den Skaterboys und verabredeten uns gleich für den nächsten Abend.
Am anderen Tag, geweckt von einem Pärchen auf dem Höhenpunkt ihrer Leidenschaft (Isolation ist in Frankreich ein Fremdwort), fuhren wir dann zur Défense, liefen zurück über die Champs-élysées und den Place de la Concorde, immer auf der Suche nach einem Subway. Wir fanden aber keinen und mussten dann ganz deprimiert zum McDonalds. Gegen Abend drängte mich dann Mirjam, doch einfach Nicolas eine SMS zu schreiben und ihn zu fragen. Das tat ich dann auch und Nico bot sich an, uns den Subway zu zeigen. Hach, und dann endlich hielten wir dieses wunderbare, saftige, überaus feine Subway-Sandwich in unseren Händen. Es war so gut, dass wir in den folgenden Tagen gleich noch zweimal mehr dem Restaurant einen Besuch abstatteten.
Als Nico im Restaurant ein Päckchen Zigaretten hervorkramte, kam mir plötzlich eine Idee in den Sinn. Ich fragte ihn, ob ich die Zellophan-Packung behalten dürfe, und wendete an, was mich Solby einst lehrte: das Dölfi-Fon. Wenn man sich das Zellophan mit zwei Fingern gespannt vor die Lippen hält und reinspricht, klingt es fast wie einst Hitler aus dem Volksempfänger. Jaja, schlägt mich, ich fand das zuerst auch nicht lustig und ich finde es immer noch makaber und ich weise alle rechtsextremen Beschuldigungen zurück, aber irgendwie kann man das so witzig nachmachen... Jedenfalls blieb das Dölfi-Fon von nun an bei uns, begleitete uns durch ganz Paris, weckte uns am Morgen (nun ja, eigentlich nur Mirjam...) und bescherte uns einige böse Blicke.
Am dritten Tag machten wir einen Ausflug nach Versailles, wo wir absolut geschockt waren von den horrenden Preisen (20€ für die Besichtigung aller Gebäude) und beschränkten uns dann auf eine reduzierte Besichtigung. Aber wunderschön und beeindruckend war es allemal. Das Château mal ohne Besucher und ohne Limiten sehen zu können, das war Mirjams und mein Traum. Leider unmöglich, aber man darf ja noch träumen.
Am Abend gingen wir noch ins Hard Rock Café, was dann sozusagen unseren letzten ganzen Tag in Paris einläutete.
Am anderen Tag schauten wir uns noch die Oper an, wo das Phantom drin haust (leider konnte man nicht in die Keller-Gebäude und den unterirdischen See... Mist!), aber auch das war extrem beeindruckend und wunderschön. Vielleicht, wenn ich irgendwann einmal einen reichen alten Sack geheiratet habe, schaffe ich es dann, mir eine Oper dort drin anzusehen.
Dann schleppte ich noch Mirjam auf den Eiffelturm, obwohl sie sich mit Händen und Füssen wehrte, und konnte sie letztendlich nur mit einem bezahlten Mittagessen im Subway bestechen.
Dann war es leider schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen.
Es waren vier wunderschöne Tage in Paris und was ich hier alles erzählt habe, das sind nur die groben Umrisse. Die vielen kleinen Details, ob erstaunlich, witzig, schockierend, interessant oder einfach nur angenehm, gehen bei einem solchen Beitrag meistens verloren. Aber ich habe sie nicht vergessen, denn sie sind mir viel wertvoller als all die bekannten, unpersönlichen Sehenswürdigkeiten.
Danke Mirjam, dass du mit mir "Barbe à Papa" gegessen hast, mit auf die Suche nach einem Korkenzieher gekommen bist, den verbotenen Rasen betreten hast, "Parisienne Extra" und einfach nur mit mir gelacht hast. Es war wunderschön, merci beaucoup. Nächstes Jahr ist dann Wien dran. Oder Amsterdam. Oder Prag. Oder Edinburgh. Oder Weimar...
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Katharer, Burgen und Grotten
Es ist schon erstaunlich. Da wohnt man für einige Zeit am Mittelmeer, weit im Süden von Frankreich, mit einer kargen Vegetation, die hauptsächlich aus einigen Büschen, Palmen und Sträuchern besteht und wenn man dann noch weiter südlich fährt, fast bis nach Spanien, sieht die Umgebung plötzlich wieder völlig anders aus. Hmm... schweizerisch irgendwie. Hohe Berge, viele Tannwälder, weite grüne Täler und Kühe. Nicht gerade die Umgebung, die man 30 Kilometer von der spanischen Grenze erwartet.
Das sind nun also die Pyrenäen. Das erste, was einem bereits bei der Fahrt auffällt, ist dass die Leute etwas gegen Bären haben. „Non aux ours“ steht überall auf den Strassen und an den Leitplanken. Auch hier ein „Problem“, das einen an die aktuellen Diskussionen in der Schweiz erinnern. Die Temperaturen kamen ebenfalls nahe an die der Schweiz heran. Während ich mich in Montpellier an Temperaturen um die 30° oder darüber gewöhnt habe, musste ich doch langsam wieder die langen Hosen auspacken, als es in unserer Destination, Les Cabannes in den Vallées d’Ax, gerade einmal 12° warm war...
Nun, soviel zu den Aehnlichkeiten mit der Schweiz. Was die Schweiz aber nicht besitzt, das ist das riesige Angebot an Kultur und Geschichte. Katharer-Burgen, Asil-Grotten, Höhlenmalereien, wichtige mittelalterliche Schauplätze... All dies findet man in den Pyrenäen und ich war richtig Feuer und Flamme, das alles entdecken zu dürfen. Aber ich erzähle wohl besser der Reihe nach.
Da Elisabeth, meine Gastmutter, sich sehr für die Katharer, ihre Religion und ihre Burgen interessiert, war es natürlich schon von Anfang an klar, dass wir im „Pays Cathare“ einige solcher Burgen würden besuchen „müssen“. Einige von euch fragen sich jetzt vielleicht: Wer sind überhaupt die Katharer? Ich habe mich natürlich anlässlich dieser Ferien auch ein wenig mit dem Thema auseinander gesetzt...
Die Katharer waren eine christliche Glaubensgemeinschaft, die sich klar von der katholischen Kirche distanzierte. Vor allem im Süden Frankreichs, in Okzitanien (das Gebiet zwischen der Provence und Spanien, also da, wo ich im Moment wohne), und in Norditalien war diese Glaubenslehre weit verbreitet. Während der Katholizismus sich auf materielle Werte und auf den Luxus fixiert hatte, verweigerten sich die Katharer dem Reichtum und der Körperlichkeit. Alles Weltliche, sprich Güter, menschliche Körper und Schätze, wurden als Satanswerk angesehen, während nur das Geistliche, also die Seele, die Gebete und schlussendlich die Erlösung wahren Wert hatten.
Diese Abwendung vom katholischen Glauben passte der katholischen Welt von damals nicht und die Katharer wurden als Ketzer verfolgt und verbrannt. Jedoch muss man beachten, dass auch damals politische Motivationen im Vordergrund standen. Okzitanien gehörte damals noch nicht zu Frankreich und vor allem der okzitanische Adel befand sich auf Kriegsfuss mit dem katholischen Frankreich. Der okzitanische Adel unterstützte und schützte die Katharer und vor allem die Frauen der Fürsten und Grafen gehörten oftmals dem katharischen Glauben an. Dies war also die Gelegenheit für Frankreich, Okzitanien unter religiösem Vorwand anzugreifen und die Adligen zu stürzen.
Ich bin jetzt etwas abgeschweift mit meiner Erklärung, aber das Thema ist äusserst spannend, vor allem wenn man selber an den Schauplätzen war. Wer noch mehr über die Katharer wissen will, hier der Link zum Artikel auf Wikipedia: Wikipedia/Katharer
Von der Religion der Katharer ist nichts mehr übrig geblieben, aber die riesigen, auf den äussersten Felsen in den Bergen gebauten Ruinen von Burgen bestehen noch.
Das oben ist die Burg Peyrepertuse, die wir auf dem Hinweg von unten gesehen haben. Leider waren wir hier nicht oben auf den Mauern, aber immerhin haben wir sie noch gesehen. Wenn man von unten hinaufblickt, könnte man die Ruinen fast für einen Teil des Felsen halten.
Peyrepertuse war die grösste der Katharer-Burgen, mehr als 300 Meter lang nur die Ruinen.
Oben seht ihr die Burg Montségur von unten. Montségur ist die bekannteste der Katharer-Burgen, weil hier 1244 mit der gewaltsamen Einnahme der Burg die Katharer endgültig zerstreut und in den Untergrund gedrängt wurden. Von ehemals 3000 Einwohnern der Burg und als Zentrale der Katharer war die Burg natürlich ideal gelegen auf dem Gipfel eines steilen Felsens. 1244 entschieden sich dort schliesslich mehr als 200 Katharer für den Tod in den Flammen, anstatt ihrem Glauben abzuschwören und sich zu ergeben.
Wir waren auf dieser Burg und die Atmosphäre und die Aussicht von dort oben ist echt gewaltig! Der kleine, steile Weg, der zur Burg hinaufführt, mutet fast wie ein Pilgerweg an und es ist kaum zu glauben, dass sie auf der Burg sogar Pferde gehabt haben.
Hier noch ein weiteres Bild von Montségur:
Da ich so schön von den Burgen erzählt habe, bleibe ich noch ein wenig bei den Burgen und bei den Katharern. Wie oben schon einmal erwähnt, unterstützten auch die Adligen von Okzitanien die Katharer. Allen voran die Grafen von Foix.
Foix ist ein kleines Städtchen, das sich durch eine Burg mit drei wunderschönen, restaurierten Türmen hervorhebt.
Ich werde euch jetzt nicht noch einmal mit Detailberichten über den Hintergrund der Burg im Mittelalter langweilen. Nur eines vielleicht: Die Burg gilt als „imprenable“, also als uneinnehmbar. Sie war eine der einzigen Bastionen, die dem Angriff von Simon de Montfort, einem äusserst brutalen Inquisitor, standhalten konnten.
Lustig fand ich auch noch, dass fast alle „Comtes de Foix“, also Grafen von Foix, Roger hiessen... =) Roger I. war der erste Comte de Foix und viele nach ihm hiessen auch wieder Roger oder Roger Raymond. Da fällt mir nur so gerade ein Insider ein: Wo isch dr Roger? (Für alle Unwissenden als Nebenbemerkung: Mein Bruder heisst Roger. Und nicht nur der... *g*)
Als nächstes machten wir auch noch Ausflüge an andere Orte, nicht nur Katharer-Burgen. Einmal waren wir noch in der „Grotte de Mas-d’Azil“.
Dies ist eine riesige Grotte, die über die Jahrtausende hinweg verschiedenen Völkern Unterschlupf gewährt haben. Zuerst, vor etwa 15 000 Jahren, fanden dort die Magdaléniens Unterkunft, ein prähistorisches Volk von Jägern und Sammlern, die bereits unseren Körperbau und unsere „Intelligenz“ besitzten. Man fand in der Grotte de Mas-d’Azil Pfeilspitzen, geschnitzte Tiere, Knochen und weitere Hinweise auf das Leben in der Grotte.
Später zogen sich dann dort die Katharer zurück, und noch später, im 16. und 17. Jahrhundert die Protestanten und Hugenotten. Richelieu zog gegen die Hugenotten, die sich in der Grotte versteckt hielten, in den Kampf, konnte sie aber nicht besiegen. Einige Jahre später, als schon längst keine Hugenotten mehr in der Höhle lebten, liess er trotzdem aus Rache noch einen Teil der Grotte sprengen, nur damit sich auch in Zukunft niemand mehr darin versteckt halten sollte. Die Auswirkungen dieser Sprengung sieht man natürlich noch heute.
Hier muss man einfach sagen, dass unser Ausflug nicht so gut geplant war, weil wir die Kinder dabei hatten. Spätestens als wir zu den Vitrinen mit dem Bärenschädel kamen, hatte Roberta Angst, auch vor der Dunkelheit, und Mätti versuchte aus lauter Langeweile, mit seinem Kopf das Glas einzuschlagen... Wir haben es dann so gelöst, dass Thomas mit den Kindern rausging und Elisabeth und ich zu zweit den Rundgang beendeten.
Wir hatten aus unseren Fehlern gelernt, die Kinder mit in Grotten zu nehmen, und deshalb kamen sie in die nächste Grotte gar nicht erst mit. Elisabeth intressiert sich schon seit langem für die Prähistorik und als sie erfuhr, dass die Grotte de Niaux, neben der mittlerweile geschlossenen Grotte de Lascaux, einige der schönsten prähistorischen Wandmalereien aufweist, mussten wir dieser Grotte, die auch ganz in der Nähe war, auch noch einen Besuch abstatten. Thomas hatte sich erneut anerboten, sich der Kinder anzunehmen, wofür wir beide dankbar waren.
Also gingen nur Elisabeth und ich zu der Führung in der Höhle. Bei dieser Führung musste man sich voranmelden, und es konnten nicht mehr als 20 Leute mit auf einen Rundgang. Es galten strenge Massnahmen, denn die Malereien sind sehr allfällig auf Licht oder andere Umweltveränderungen.
Nur mit Taschenlampen bewaffnet, ging es also auf den Rundgang. Schon nur die Höhle selber hat mich erstaunt, sie war riesig und hat mich zum Teil mit ihren Hügeln und anderen Unebenheiten beinahe an eine Mondlandschaft erinnert. Bereits die 200-jährigen Graffitis nahe beim Eingang fand ich äusserst faszinierend, doch was ich dann in der „Galérie noir“ antraf, überstieg alle meine Erwartungen. Vielleicht muss ich zuerst die Atmosphäre beschreiben und den Raum, damit man sich auch nur ansatzweise das Gesehene vorstellen kann. Die Galérie noir ist eine Sackgasse des Höhlengangs, mit einer Decke, die sich weit nach oben wölbt und rund ist. Die Akkustik ist genial, die Führerin hat uns selber vorgeführt, wie lange Gesang oder Instrumente nachklingen. Wir standen also vor dieser Wand, die rund war, und mussten alle unsere Taschenlampen ausmachen. Selbst die Führerin hat ihre kurz ausgemacht und wir mussten uns am Geländer vortasten. Auf einmal ging das Licht von der Taschenlampe der Führerin wieder an und da waren sie vor uns! Bisons, Pferde und Steinböcke, wunderschön gemalt. Es waren keine kinderhaft hingekritzelten Zeichnungen, nein, die Malereien zeigten durchdachtes Kunstgefühl. Beim Kopf des einen Bisons hatte man zuerst das Gefühl, dass dort eine Linie nicht hingehöre, doch wenn man genauer hinschaute, merkte man, dass diese Linie bereits zum Kopf eines anderen Bisons gehört, der hinter dem ersten Bison steht. Und die Rückenlinie des einen Bisons war die Bauchlinie des anderen. Bei anderen Zeichnungen hatte man das Gefühl, dass eine Linie fehlt, doch als die Führerin die Taschenlampe anders hingerichtet hat, sah man, dass der Schatten eines kleinen Felsvorsprunges die andere Linie bildet. Man muss sich diese Malereien noch bei flackerndem Fackelschein vorstellen, wo dann die Malereien fast wie Bewegung annehmen.
Diese Malereien sind zwischen 11 000 und 14 000 Jahre alt. Erstaunlich ist auch noch zu wissen, dass die Leute NICHT in dieser Höhle gelebt haben. Nirgends wo man Spuren von alltäglichem Leben in Grotten gefunden hat, hat man auch Wandmalereien gefunden und nirgends wo man Wandmalereien gefunden hat, hat man Spuren von Leben gefunden. Dieser Ort war wahrscheinlich ein ritueller, heiliger Platz, doch in welcher Form, das weiss man nicht. Man hat auch nie eine Zeichnung eines Menschen gefunden, nur von Tieren.
Einige der Zeichen weisen auch Symbole auf, so wie zum Beispiel ein Pfeil. Doch haben die Menschen damals noch nicht mit Pfeilen gejagt... Was die Symbole genau bedeuten, das weiss man nicht.
Mich haben diese Höhle und diese Malereien jedenfalls sehr fasziniert. Wenn irgendwer je die Gelegenheit kriegt, solche Zeichnungen zu sehen, dann muss man das unbedingt machen.
So, dieser Beitrag ist schon ohnehin lange genug, ich werde jetzt nicht näher auf die kleinen, familiären Details eingehen. Es war sehr schön, mit Meyers in die Ferien zu fahren und wir hatten es wirklich gut zusammen. Auch mit den Kindern ging alles gut. Roberta hatte einen kleineren Unfall, wo sie eine kleine, aber tiefe Wunde am Kopf nähen musste, doch das klingt jetzt schlimmer, als es eigentlich war. Mätti hat mich schon richtig in sein Herz geschlossen und liebt es, mich zu hauen und mir an den Haaren zu ziehen.
Aber das reicht jetzt wirklich, ich werde nächstes Mal wieder mehr über die Familie und mich erzählen.
Bis bald!
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The Island
Ich war diese Woche in "The Island".
Ich habe mich zwar seit einiger Zeit gefragt, was denn bitte Ewan McGregor - einer meiner Lieblingsschauspieler - dazu verleitet hat, in einem Action-Film von Michael Bay mitzuspielen, aber die Story hat echt was. Und Ewan ist sehr geeignet für die Rolle, die er gekriegt hat und er spielt wie gewohnt brilliant. Diesen unschuldigen, fragenden Blick hat er gut drauf und richtig toll fand ich vor allem (Achtung Spoiler!) die Spielerei mit den Akzenten. Lincoln Six-Echo spricht ein recht normales American-English, während Tom Lincoln, das Original, Schotte ist und er da richtig toll schottisch spricht.
Es hat auch sonst recht viele witzige Szenen und vor allem Dialoge.
Alles in allem fand ich den Film gut, nicht überragend, aber doch gut. Es hat zwischendurch zu viele Actionszenen mit Geballer und unmöglichen Stunts, aber die Stories und die Charaktere sind sehr spannend. Vielleicht hat jemand von euch "Brave New World" von Aldous Huxley gelesen. Die Welt in "The Island" gleicht der Welt Huxley's recht genau und ich bin mir einigermassen sicher, dass sogar einige Dinge vom Buch übernommen wurden, wenn es nicht sogar als grobe Inspiration galt. Jedenfalls sehenswert.
(Für weitere Infos über den Film: www.outnow.ch )
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Mittelerde-Fest in Leuk
Ach, es ist einfach ein Naturgesetz, dass die schönen Dinge viel zu schnell vorbeigehen.
Kaum hatte ich die lange Zugfahrt heute vor einer Woche hinter mir, da huschte die Zeit nur so an mir vorbei. Der Aufbau für das Mittelerde-Fest war anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Als Varda und ich am Montag in Leuk ankamen, da erwartete uns ein ungewohntes Bild: Keine gewandeten Leute, keine schön dekorierte Wiese, keine Bühne, keine Flaggen. Stattdessen wartete eine mit Baumaterial bedeckte Burgwiese und ein winziges Grüppchen Helfer und OK-Leute auf uns. Ich glaube, mir ist erst zu diesem Zeitpunkt klar geworden, wieviel Arbeit uns noch bevorstehen würde und was für eine unglaubliche Leistung das OK-Team und die Helfer für jedes MEF vollbringen.
Und auch wenn wir meistens die Stunden vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein mit Schuften verbracht haben, so war es doch eine tolle Erfahrung, bei der ich das nächste Mal wieder zusagen würde. Ich habe so einiges dabei gelernt, so zum Beispiel, wie man Kühlschränke mit Tischtuchpapier einfasst, dass die Ratsschloss-Küche kein angenehmer Platz zum Kochen ist, dass es gefährlich ist, am Morgen bei Seppel und Ea im Frauenruheraum zu duschen und dass der Bunker ohne einen riesigen Menschenauflauf recht gemütlich sein kann. Dazu, am wichtigsten, habe ich viele richtig tolle (ich nenne sie jetzt absichtlich nicht "nett") Leute kennengelernt, die meistens am Fest selber zu gestresst und zu beschäftigt waren, um ein bisschen mit mir zu plaudern.
Das Fest selber übertraf dann aber die Vorbereitungszeit um einiges. Leuk hatte sich mittlerweile in Mittelerde verwandelt und es war wunderschön, alle Leute wiederzusehen, die man vielleicht seit einem oder zwei Jahren nicht mehr gesehen hat. Den einen hat man auf einem User-Treffen kennengelernt, die andere an Silvester, den dritten am letzten MEF und nun sind sie alle wieder in Leuk versammelt. Ich war ein bisschen überrascht, dass der Trend in diesem Jahr - vor allem bei den Männern - auf kurze Haare umgestellt hat. So manch ein Prachtexemplar (*grins*) der männlichen Spezies lief nun plötzlich mit kurzen Haaren herum... und doch musste ich zugeben: Einigen stand dies besser. Ich hatte jedenfalls viel Zeit zum Schauen...
Die Gesprächspartner am Abend waren zwar von Nacht zu Nacht nicht sonderlich verschieden, doch habe ich jede Minute dieser kostbaren, magischen Nächte in Leuk genossen. Es sind nicht die Workshops, die Vorträge oder die anderen vielen Programmpunkte, die das MEF für mich zu etwas Besonderem machen, sondern das gemütliche Zusammensitzen bei witzigen, doofen, perversen, alkoholgeschwängerten und absolut kranken Gesprächen. Schade, dass diese Community über ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz verstreut ist, manchmal möchte ich sie alle (oder fast alle...) zu mir zu einer Gartenparty einladen. Ich habe selten soviel gelacht, wie an diesen drei Abenden in Leuk. Ein besonderes Dankeschön geht an dieser Stelle an Mirä, Lui und Minu. Und natürlich an meinen Ausschnitt... Und vielleicht auch noch an den Alkohol und das Gras.
Mittelerde-Fest, jeder Zeit wieder. Wie gesagt, nur schade, dass es so schnell vorbeigegangen ist. Doch auch dieses Fest werde ich als etwas überaus Kostbares in Erinnerung behalten. Es war vielleicht nur eine Woche, aber sie war perfekt. Eine heile Welt. Etwas Besonderes.
Eine tiefe Verbeugung und ein riesiges Dankeschön an alle, die dieses Fest möglich gemacht haben und an die Leute, die es mit ihrer Anwesenheit und ihrer guten Laune zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. *heimlicheintränchenwegwisch*
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