Ist Frankreich unrockbar?
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Schlussfolgerung: Frankreich

Ich bin nun seit zehn Tagen wieder in der Schweiz und ich wurde in dieser Zeit so oft nach meinen Erlebnissen in Frankreich gefragt, dass ich beschlossen habe, eine kleine "Schlussfolgerung" meines Aufenthalts hier hinein zu stellen. Sozusagen als kleiner Abschluss, obwohl ich natürlich auch in Zukunft bloggen werde.

Ich hab so viel erlebt, ich weiss gar nicht wo anfangen. Vor allem das Reisen fand ich so toll, ich hab in diesen acht Monaten Montpellier, Paris, London, Barcelona, Toulouse, Béziers, Avignon, Marseille, Nîmes, Pau, Biarritz, Perpignan, Sète, Cassis, die Pyrenäen und noch viele andere spannende Orte bereist. Das war so unglaublich genial! Ich konnte einfach alles neu entdecken, ich konnte kommen und gehen wie ich wollte, ohne mich an Ferien halten zu müssen (nun ja, fast nicht). Ich habe mich noch nie so frei gefühlt wie in den letzten acht Monaten.
Ich ging meistens allein auf Reisen und an jedem Ort habe ich neue Leute kennengelernt, von denen ich mehr über ihre Stadt und über ihre Kultur kennengelernt habe. Man sieht dann auf einmal seine eigene Herkunft, seine eigene Kultur aus einem anderne Blickwinkel und ich habe zudem zum ersten Mal richtig gemerkt, was "Selbstverständlichkeit" heisst, oder was eben nicht alles selbstverständlich ist.
Dazu habe ich in Montpellier eine zweite Heimat gefunden. Diese Stadt ist so schön, hell und jung (ähm, also nicht wörtlich nehmen, sie wurde im 10. Jahrhundert gegründet... *g*). Ich habe dort auch sehr viele nette Leute kennengelernt und habe sogar begonnen, die französische Sprache zu mögen.
Das Klima war natürlich auch nicht zu verachten und die Geschichte sowieso nicht. Die Geschichte Frankreichs ist überaus spannend und die frühe Moderne (16. und 17. Jahrhundert) hat mich besonders gefesselt. Ich ging ja in Montpellier als Gasthörerin an die Uni, bevor sie im Februar verbarrikadiert wurde. Sogar einen typisch französischen Streik konnte ich live mitverfolgen.
Zudem habe ich sehr viel gelesen (hach, ich verehre Alexandre Dumas' "Die drei Musketiere"! Ich habe noch Hoffnung, dass es zu diesem Stoff auch einmal eine richtig tolle Verfilmung geben wird.).
Meine Gastfamilie war auch total nett, auch wenn ich mit ihnen Schweizerdeutsch gesprochen habe. Mit den Kindern kam ich auch sehr gut aus, obwohl ich dazu auch sagen muss, dass es manchmal sehr anstrengend war.

Nun, das war die Kurzfassung von meinem Frankreich-Aufenthalt. Aber es gibt noch so viele schöne, interessant oder schräge Erinnerungen von meiner Zeit in Südfrankreich, dass es beinahe weh tut, dies alles auf diesen mickrigen paar Zeilen festzuhalten.
18.4.06 19:49
 


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