Für die Sonderausgabe der Londoner "Times" schickte die Redaktion letztes Wochenende eine Reporterin in die britische Hauptstadt, um vor Ort von diversen Ereignissen Bericht zu erstatten.
Vermischte Meldungen
Aufgrund von Reparatur- und Renovationsarbeiten blieb letzten Freitag die Underground-Station
Stamford Brook geschlossen, so wie samstags und sonntags auch die ganze Districtline Richtung Richmond.
(Anmerkung der Redaktion: Wer errät, an welcher Station besagte Reporterin aussteigen musste, kann eine Mail mit der Antwort an das Redaktionsbüro schicken und so am grossen Gewinnspiel teilnehmen.)
Frühlingshafte Temperaturen am Samstag lockten Londoner in den Hyde Park.
Das Thermometer stieg samstags bis auf 12° Celsius und ermutigte demzufolge sowohl Einwohner der Hauptstadt wie auch Touristen zu einem gemütlichen Spaziergang im Park. Zwischen Fussballangefressenen, Reitern und Skatern liess es sich wunderbar das schöne Wetter geniessen und die müden Beine von einem Stadtbummel erholen.
Wal in der Themse gesichtet!
Das Tier ist während seiner Reise vom Meer ins Landesinnere im Londoner Hausfloss stecken geblieben und hat sich verletzt. Laut neusten Berichten starb der Wal am Samstagabend an seinen Verletzungen.
(Anmerkung der Redaktion: Die Reporterin erfuhr erst spät am Samstagabend die ganze Geschichte vom Wal und stufte sie als "lächerlich und unglaubwürdig" ein, bevor sie später mehr davon in der Zeitung las. Das ganze "Whale-watching" kam demzufolge für sie zu spät.)
Führer in Westminster Abbey wird zum unlustigsten, ungeduldigsten und langweiligsten Guide der Nation gewählt.
Nach neusten Auswertungen von Fragebögen zeichnete sich John* durch sein spärliches Hintergrundwissen, unwitzige Sprüche und anhaltende Ungeduld zum schlechtesten Guide der britischen Metropole aus. Eine der Besucherinnen, Sarah (19), meint dazu: "Zum Glück bekam man den Guide gratis mit dem Eintritt mit dazu!"
(*Name der Redaktion unbekannt.)
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Ausflugstipp
Die heutige Sonderausgabe der Londoner "Times" stellt ebenfalls einen Exklusiv-Tipp für zukünftige Besucher der britischen Metropole vor. Dieser Tipp eignet sich vor allem für Personen, die sich ungern auf gedrängten, stark touristischen Plätzen aufhalten und dazu ein ausgeprägtes historisches Interesse besitzen.
Wir haben das Vergnügen, der Leserschaft heute die
Temple Church vorstellen zu dürfen.
Diese Kirche, das ehemalige Zentrum der Londoner und gesamtbritischen Tempelritter, zeichnet sich weder durch Grösse, noch durch Schönheit oder Extravaganz aus. Ihr Charm liegt in ihrer Geschichte und der heutigen Verstecktheit des einstmals riesigen Gebäudes.
Das gesamte Quartier, das sich stolz immer noch "Temple" nennt, ist mittlerweile Privatgrundstück, und dazu noch äusserst teures Pflaster. In mitten dieses Wohngebäudes liegt die Temple Church. Man muss sich zuerst durch das Labyrinth von Strassen und Hausecken kämpfen, bevor man zur Kirche kommt.
Bereits der erste Blick zeigt: Kaum mehr etwas zeugt von dem einstig prächtigen und illustren Bau. Der Vorplatz, während des 12. und 13. Jahrhunderts der Garten des Templerordens, besteht aus schlichten Steinplatten. Einzig die Statue von zwei Rittern auf einem Pferd, das Symbol der Templer, und eine Inschrift verrät etwas von dem Geheimnis des Ortes. Ein Schild beim Eingang macht auf eine Diskussion zu Dan Browns "The Da Vince Code" aufmerksam.
Auch das Innere der Kirche lässt zuerst auf wenig Interessantes schliessen. Der rechte Teil der zugegebenermassen recht kleinen Kirche ist renoviert, gepflegt, aber genauso langweilig wie tausend andere Gotteshäuser in unseren Breitengraden. Der linke Teil jedoch beinhaltet die wahre Sehenswürdigkeit. An die zwölf Steinsärge reihen sich auf dem Kirchenboden aneinander. Sie zeigen die Antlitze, Rüstungen und Waffen von ehemaligen Templern, alle im 13. Jahrhundert fabriziert. Man kann sich also nicht nur bis an diese liegenden Statuen heranwagen und ihr Gesicht betrachten, nein, man kann auch die ganze Ausstattung aus dieser Zeit beobachten, die Haltung, Gestik und die Form der Darstellung der Tempelritter.
Unsere entsandte Reporterin bemerkte, dass viele der Ritter in einer äusserst merkwürdigen Stellung gemeisselt wurden, nämlich in verdrehter Haltung, mit den Beinen übereinander geschlagen. Sie fragte beim Wächter am Eingang nach, was es mit dieser Stellung auf sich habe, und er antwortete ihr, dass Historiker annehmen, dass die gekreuzten Beine bedeuten, dass diese Ritter an den Kreuzzügen teilgenommen haben. Mit dieser Information und dem Glauben, etwas Besonderes gesehen zu haben, lässt es sich London umso besser geniessen.
Zugegeben, eine Temple Church besitzt niemals die Grösse einer Westminster Abbey oder anderer Kirchen, und dennoch besitzt sie eine ganz eigene Faszination.
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Danksagungen
Shannon (Barmann im Hotel, Kiwi) - Vielen Dank für den tollen Samstagabend, es war ein echter Spass! Danke fürs Auflegen der Rockmusik, trotz der Beschwerden einiger Gäste und der Chefin, danke fürs Gratis-Cider und Cola, danke fürs Gitarrespielen und danke für die wunderbaren Gespräche. Vor allem haben mich ja deine Berichte von den Dreharbeiten als Ork bei "Herr der Ringe" fasziniert... :-) Hat man es als Neuseeländer nicht toll? You're fucking awesome, mate!
"Minu-Double" (Sorry, Name vergessen! Brite) - Danke für deinen britischen Humor, deine Gespräche über die Zukunft und deine Unterhaltung in Deutsch. Und danke, dass du es Samstagabend fast bis zum Schluss mit mir ausgehalten hast...
Lindo (auch Barmann Hotel, Brite) - Danke fürs Ertragen der Rockmusik (und dass du dir nicht wie angedroht deswegen die Pulsadern aufschneiden würdest...), für die Bedienung am Freitagabend und für deine Gespräche übers Skifahren in der Schweiz und vom Erzählen des letzten Gurtenfestivals.
Jimmy (Brite)- Danke dafür, dass du so f***ing stoned ausgesehen hast. :-)
Nicolas (Franzose) - Danke, dass ich mit dir noch etwas meine Französischkenntnisse aufbessern konnte, auch wenn ich mich eigentlich auf eine französischfreie Zeit gefreut habe. Danke, dass wir so toll über deine ehemalige Uni, die meine jetzige Uni ist, sprechen konnten.
"Bretone" (Sorry, Namen vergessen! Franzose) - Danke für deine politischen Gespräche über den zweiten Weltkrieg (auf Französisch!!!). Immerhin habe ich mich für einen Abend gefühlt, als beherrsche ich die französische Sprache tatsächlich...
Martino (Italiener) - Danke dafür, dass wir uns unterhalten konnten, obwohl ich kein Wort italienisch kann und du kaum Englisch gesprochen hast.
Joanne (Kiwi) - Danke dafür, dass du sich so sehr für dein Land und seine Vorzüge eingesetzt hast. *ggg*
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Die Redaktion entschuldigt sich bei der Leserschaft für das Fehlen von passenden Bildern. Der "Times"-Photograf wurde kurzfristig krank und war deshalb nicht in der Lage, diese Reportage durch Bildmaterial zu ergänzen.